Donnerstag, 29. Januar 2009

von drinnen und draussen

wunderbar ist es, durch die tiefverschneite landschaft zu stapfen. ob mit stöcken oder ohne. und um sich das einmal in bildern vor augen zu führen: man nimmt sich doch recht klein aus neben den alteingesessenen bäumen am weg :)

der winter mit seinen langen abenden ist aber nicht nur eine gute zeit zum nadeln = *hände denken lassen*, ist auch die zeit in der ich am meisten zum lesen komme. zwei bücher sind es zur zeit, die ich zum wiederholten mal lesehungrig verschlinge: paris ist eine frau von andrea weiss - und robert musils erzählband drei frauen.

paris ist eine frau erzählt von jenen idealistischen frauen, die sich im paris der 20er-jahre auf unterschiedlichen gebieten verwirklichen konnten. die sich als autorinnen, dichterinnen, verlegerinnen, fotografinnen und buchhändlerinnen nicht nur einen namen machten, sondern auch anderen , vor allem männern, dazu verhalfen, sich einen namen zu machen. es waren frauen wie giséle freund, adrienne monnier, sylvia beach, djuna barnes und gertrude stein, die männern wie picasso, hemingway oder james joyce zu größerer bekanntheit verhalten. bin jedesmal aufs neue fasziniert von diesem buch.

robert musil schildert in seinen erzählungen die natur des südens unglaublich farbenfroh. erzählt von schluchten in dunklem blau, von im weltraum zischenden weißen sonnen, von weinbergen, die den winter rot, gelb und grün überstehen und von sonnseitigen wiesen, auf denen blumen mit gelben, blauen und weißen sternen blühen. von bäumen mit giftgrünen bärten ist da die rede. und von unter moos lebenden violetten und weißen kristallen. von kleinen blauen und rosa villen und zartgrün-behaarten lärchenwäldern auf smaragdenen schrägen. von einem bach im wald, der wie ein großer silbener steckkamm über einen stein fällt und einer luft aus schnee und süden gemischt.

mit derart farbigen erzählungen und viel bunter wolle im strickkorb kommt man einfach leichter durch den winter. auch wenn das sockenpaar, an dem ich neben zwei anderen sachen grad eifrig stricke mausgrau ist. dafür gibt es einen einfachen grund: der , für den sie bestimmt sind, hat sich das so gewünscht. socken für den alltag und ebenso grau wie dieser :) ... was natürlich ein scherz sein soll. ein bisschen farbe findet sich schon. man muss nur die augen aufmachen :)

übrigens hat picasso 1907 ein porträt von gertrude stein gemalt, die ja bekanntlich stets in mönchsbrauner arbeitskleidung über ihren werken saß (auch interessant, find ich). sie wiederum hat ihn in einem ihrer bekannten *wortportraits* verewigt. das nenn ich gegenseitige denkmalsetzung. das bild hängt heute im metropolitan museum, new york. und wo gertrude steins wortporträt zu finden ist, ist klar: in einem ihrer bücher :)

1 Kommentar:

  1. hallo Rena
    Bei deiner Beschreibung von den "Drei Frauen" komme ich gleich auf den Geschmack, muss ich mal schauen ob es das bei uns in der Bibliothek gibt. Bei diesem Wintereinbruch ist die Sehnsucht nach grün und Blumen übermächtig.
    Viele Grüße Elfi

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