Freitag, 6. Februar 2009

vom sinn des lebens




es grünt auf der fensterbank, für draussen aber ist schnee angesagt. dunkle wolken brauen sich am ohnehin schon grauen himmel zusammen, die sonne hat sich längst verabschiedet, aber es ist wochenende und das wenigstens ist erfreulich. eigentlich wollte ich es mir mit meinem strickzeug gemütlich machen, aber als ich grad ein paar bücher zurück ins regal stellen wollte, kam mir wieder mal fred vargas amüsante kleine lebensphilosophie unter und ich hab darin zu lesen begonnen. nun wird es wohl nix mehr mit stricken heute.
fred vargas (1957 geboren) ist eigentlich eine französische krimiautorin. da ich so gut wie nie kriminalromane lese, wäre ich vermutlich nie auf sie gestoßen, hätte ich nicht eines tages im buchladen ein bändchen mit dem titel *vom sinn des lebens, der liebe und dem aufräumen von schränken* entdeckt. und schon der erste satz hat mich zum weiterlesen verleitet:

Wenn ich mir an diesem Ostermontag 2001 so ein scheinbar unernstes Werk vornehme, heißt das nicht, Sie kriegen was zum Lachen.



man kommt aber nicht ohne lachen, oder wenigstens schmunzeln, durch dieses buch, jedenfalls ging es mir so. am ende verabschiedet sie die leserin/den leser mit den worten:


Gehet hin in Frieden und ich auch, denn während ich unter meiner hochauf gebuckelten Last der tausendundein Köfferchen, welche die Rätsel des Lebens sind, mit euch geplaudert und den Horizont rings um und um gewühlt habe, habe ich nach dem gesunden Prinzip Zerstreuung ein paar kleine persönliche Sorgen hinter mir gelassen, die jetzt nur mehr Spreu in der aufgehenden Sonne sind, glaubt mir.
°°°°°°°°°

die autorin ist eigentlich archäologin und arbeitet an einem Institut, das an mittelalterlichen tierskeletten und -knochen forscht. aus einem ihrer interviews weiss ich, dass sie alleinerziehende mutter ist und eine zwillingsschwester namens jo hat, die als malerin künstlerisch tätig ist. das pseudonym *fred vargas* hat sie dem film *die barfüßige gräfin* mit ava gardner entliehen. sie lebt in paris, spielt leidenschaftlich gern akkordeon und kommt eigentlich nur in den ferien zum krimischreiben. eine ihrer kriminalgeschichten habe ich auch gelesen, mehr werden es wohl nicht werden, weil ich eben einfach kein großer krimifan bin. den kleinen aphoristischen ratgeber aber werd ich heut nicht mehr aus der hand legen. gestrickt wird dann halt morgen :)

Kommentare:

  1. klingt gut, was du da beschreibst - ich mag schöne sprache.
    stricken und lesen geht nicht??
    ich hab mir mit der wolle etwas angetan - bin mit dem anfang nicht zufrieden und weiss nicht, ob auftrennen und ganz anders oder doch weitertun. und vielleicht schauts besser aus, wenns mehr ist.
    oder doch nicht??
    das leben ist voller schwieriger entscheidungen! huch.
    schönen abend
    ingrid

    AntwortenLöschen
  2. Anmutige Bilder, interessante Empfehlungen und atmosphärische Stimmungen...meine Bewunderung der Blog-Künstlerin :-)

    AntwortenLöschen
  3. Qwaldviertelleben: vielleicht könnte man lesen neben dem stricken, aber für mich unmöglich. für den zweck hab ich ein paar hörbücher, aber die kleine fibel ist leider nur gedruckt vorrätig :))

    @ute: danke für dein lob. von blog-künstlerin kann allerdings kaum die rede sein. im übrigen freuts mich, dass du auch wieder mal da bist :))

    slg rena

    AntwortenLöschen