Sonntag, 8. Februar 2009

wenn wolle blüht


an diesem verregneten sonntagmorgen sind auch meine gedanken ein wenig trüb. was mich nach einem besuch im krankenhaus beschäftigt, sind diese orte der einsamkeit, die man meist meidet so gut es geht, jedenfalls solange man nicht gezwungen ist sie aufzusuchen. für mich sind das nicht nur verlassene straßen oder gassen, ein menschenleerer park, ein irgendwo verloren in der landschaft stehendes wartehäuschen oder eine menschenleere bahnstationen. für mich sind das vor allem altenheime, krankenstationen, manchmal auch wartezimmer. jene orte, an denen man gezwungenermaßen liegt oder sitzt und den zeigern der uhr zusehen kann, wie sie sich langsam dahinbewegen und selber nicht mehr einschätzen kann, was einem noch bevorsteht.

viel lieber ist mir da das friedvolle alleinsein auf einsamen waldwegen, auf irgendeinem berggipfel, in leeren kirchen oder auf friedhöfen. in bibliotheken, museen, an leeren stränden oder irgendwelchen abseitigen steigen und wegen. die machen mir keine angst. doch zum leben gehört wohl beides.

zur aufheiterung habe ich mir vorgenommen, heute etwas wolle zum blühen zu bringen . da ich keine geübte häklerin bin, habe ich mir eine sehr einfach blüte ausgesucht. gedacht als kleiner aufputz für ein kleines gestricktes geschenk an ein vierjähriges mädchen :)


wird möglicherweise noch ein blütenreicher sonntag heute :))

Kommentare:

  1. du schreibst so schön. mein alter vater ist ja grad auch im krankenhaus und mir gehts da nicht so besonders gut damit. komme schnell an meine grenzen und zwar an alle möglichen.
    bei mir schneits
    alles liebe
    ingrid
    und du bringst ja die blüten ins leben.

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  2. ich kann dir das gut nachfühlen, liebe ingrid. meine eltern leben nun nicht mehr, doch ich hab einige jahre gebraucht, mich von all den belastungen, gefühlen und eindrücken aus der zeit davor zu befreien, sie zu verarbeiten. ich wünsche dir kraft für diese zeit, aber auch erholsame momente zwischendurch, in denen es dir gelingt, ein wenig abzuschalten.

    lieben gruss, rena

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