Montag, 22. Juni 2009

unvergessen

ESBJÖRN SVENSSON
16.04.1964 - 14.06.2008


(foto: salzburg. november 2007)

es war einfach der rechte augenblick, wieder einmal eighthundred streets by feet von e.s.t. anzuhören.

um den schwedische musiker esbjörn svensson endlich einmal live auf einer bühne zu erleben, bin ich im herbst vor zwei jahren mit meiner seelenfreundin zum jazz-herbst nach salzburg gepilgert. meine erwartungen waren groß, das erlebte aber noch viel größer.

denn einen einfühlsameren, scheueren und demütigeren musiker hab ich noch nie auf einer bühne erlebt. nie einen gesehen, der mit seinem instrument so in verbindung steht. über ein derartiges improvisationstalent verfügt. wie aus weiter ferne holte er ton um ton näher. da war nichts lautes. nichts befremdliches. diese musik kam gedichten gleich. war viele gedichte. und der sie vortrug, tat es auf stille, meditative weise. der zauber lag im klang, in jeder seiner bewegungen. und die ihm da zuhörten im saal, waren für ein paar stunden dieser welt entrückte wesen, die er ganz und gar in seinen bann gezogen hatte.

ich wundere mich ja selber über mich, aber es tut mir heute noch weh, dass sein unfalltod vor einem jahr die welt nicht wenigstens für ein paar wenige minuten zum stillstand gebracht hat. er hätte es verdient.

draussen regnet es und die kälte scheint wieder mal durch die wände zu kriechen. was da aus dem nebenzimmer zu mir rüberdringt, kommt naturgedichten gleich. und hör ich sie, werden graue tage wie dieser etwas erträglicher. anstatt aus dem fenster zu schauen, schließ ich einfach die augen und ruf mir jene bilder ins gedächtnis, die ein unvergleichlicher musiker in mir an einem ganz besonderen abend zur ewigen erinnerung hinterlassen hat.


Kommentare:

  1. Es fällt schwer, diesen Zeilen noch etwas Ergänzendes hinzufügen, bringen sie doch genau auf den Punkt, was die Faszination dieses Musikers und seiner Band ausgemacht hat. So still und bescheiden sein Auftritt war, so lautlos und dezent auch sein Abgang - im wahrsten Sinne des Wortes ist Esbjörn Svensson "abgetaucht" und dabei "versunken". Die Melancholie seiner Stücke bekommt vor dem Hintergrund seines frühen Todes eine neue Bedeutung. Man sollte sich nicht um die Chance bringen, sich auf seine musikalische Welt einzulassen.

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  2. regentage verstärken die von dir angesprochene melancholie seiner musik. ich hab gewusst, dass du verstehst und dank dir für deine worte... slg rena

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  3. Liebe Rena,
    es ist immer schön, Bilder im Kopf zu haben, die einem die "Welt" leichter machen, wenn das Leben wieder einmal "schwer" wird.
    Liebe Grüße, Petra

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