Sonntag, 27. Dezember 2015

Das war's ...




Weihnachten war gestern.
Und bald ist auch dieses Jahr Geschichte. 
Ein Jahr, in dem subjektiv empfunden,
negative News alles Positive überlagert haben. 
Oder doch nicht?


In meinem unverzichtbaren Taschenkalender, den ich immer bei mir trage, steht davon nichts. Hier sind ausschließlich die mehr oder weniger banalen Ereignisse meines eher ereignislosen Alltags vermerkt. Ein paar *Highlights* hat es aber doch gegeben - wie eben auch sehr traurige Momente.


Von Zeit zu Zeit habe ich in diesem Blog eine gute Freundin von mir erwähnt. Eine wahre Garten-Liebhaberin, die nach eigenen Worten am liebsten die ganze Welt in ein Blumenmeer verwandelt hätte. In diesem ihren Garten habe ich viele schöne Stunden mit ihr verbracht und mich stets wohlgefühlt. Hier wurde eifrig Gemüse gezogen und wurden vermutlich auch die größten Zucchinis der Region geerntet und Jahr für Jahr saftige Kräuter, riesige Karotten, Salatköpfe, Äpfel, Brombeeren und unglaublich saftige Tomaten geerntet. Und jeden Sommer duftende Rosen und bunte Blumen geschnitten. Man könnte sagen: was in den Beeten meiner Freundin gesät wurde, wurde auch reichlich geerntet.

Natürlich gab es auch Lachen, Spaß und vergnügliche Kaffeestunden auf der schattigen Terrasse, obwohl die emsige Gärtnerin ein echtes *Sonnenkind* war, das vor allem den Sommer geliebt hat.Vor zwei Jahren dann ist sie urplötzlich erkrankt. Und das - nachdem sie über viele Jahre erst ihre Schwiegermutter, danach die eigene Mutter bis zu deren Tod mit viel Hingabe gepflegt hatte. Beide *Mütter* wurden ja fast hundert - also *uralt* - wie man wohl sagen darf. Dieses Glück war ihr selbst nicht gegönnt.

Unfassbar schwer traf sie wohl die eigene Erkrankung. Auch weil sie sich - ich hasse das Wort - als unheilbar gezeigt hat. Der mit unglaublicher Gefasstheit ertragene Leidensweg war schwer, das Ende bedauerlicherweise vorhersehbar und im vergangenen Frühjahr - nur wenige Tage vor ihrem Geburtstag - mit ihrem viel zu frühen Tod traurige Realität geworden. Nicht der erste Abschied für immer. Was bleibt sind immerwährende Erinnerungen, aber auch ein verwaister Garten, der niemals wieder in derselben Pracht erblühen wird. Lebenszeit ist doch etwas besonders Kostbares. Das sollte man nicht aus den Augen verlieren. Denn alles kann sich von einem Tag zum nächsten ändern ...


Es gab aber auch Erfreuliches. Ich bin seit dem Frühsommer glückliche*Katzen-Sitterin* und betreue den kleinen Nomi während der Zeit, in der seine Katzen-Mummy ihrem Beruf nachgeht. Ganz ehrlich: ich bin vernarrt in den kleinen, frechen Kater und könnte mich zuweilen schieflachen über seine lustige Art, seine übermütigen Spiele, sein launiges Gemüt mit dem er mir - völlig absichtslos - alle düsteren Gedanken austreibt. Nachdem wir 20 Jahre eine Katze im Haus hatten, wollte ich keine mehr. Auf Umwegen hat wieder eine zu mir - oder ich zu ihr - gefunden. Kater Nomi ist jedenfalls der Super-Star, auf den auch meine Enkelkinder *ganz wild* waren ..


Überglücklich war ich diesen Sommer über den erste Besuch der beiden. Obwohl ein langer, anstrengender Flug hinter ihnen lag, als sie an einem Samstag kurz vor Mitternacht hier ankamen, zeigten sie sich fröhlich und unbeschwert. Nicht nur das Wiedersehen mit meinem Sohn nach mehr als drei Jahren war diesen Sommer ein emotionales Highlight, auch die Tage mit den beiden Kleinen, die mir durch den persönlichen Kontakt nur noch mehr  ans Herz  gewachsen sind, hat mich überglücklich gemacht. 


Nicht ganz so großartig, aber neben allen gefertigten Handarbeiten irgendwie doch auch erfreulich: Dass ich erstmals  richtig schöne Trockenblumen-Sträuße  hinbekommen habe, die mich vor allem jetzt in den  Wintermonaten erfreuen. Zum Lesen bin ich hingegen kaum gekommen, obwohl ...


Ich gebe zu, dass die *Shades of Grey* Bände in diesem Jahr die einzige Lektüre waren, für die ich mir Zeit genommen habe. Aus purer Neugierde und natürlich auch, um in der Sache mitreden zu können, die zumindest um mich herum für ziemlichen Diskussionsstoff gesorgt hat.


Auch den Film habe ich mir angeschaut. Es gab nur noch einen weiteren Film in diesem Jahr, der mich veranlasst hat, ins Kino zu gehen - und das war der neue Bond-Streifen *Spectre* . Und das war's auch schon. Alles andere waren die üblichen Geburtstags- und Grillfeste. Ausflüge, Spaziergänge und Wanderungen ... nichts, über das man mehr sagen könnte als: schön war's :))


Wichtiges und Banales - in Summe eben auch Lebenszeit - die man auf die eine oder andere Weise verbracht hat. Diesem Blog angemessen wäre natürlich eher ein Rückblick auf Verstricktes, Genähtes, Gehäkeltes, aber das alles findet sich ohnehin im Archiv. 

Ein Last-Minute-Socken-Paar hab ich noch auf den Nadeln. Mehr werde ich in diesem Jahr nicht mehr schaffen. Vorsätze für das Neue habe ich massenhaft. So mir die Zeit bleibt, werde ich versuchen, sie auch umzusetzen ... 

Kommentare:

  1. Hallo Renate,
    So ist das im Leben, Glück und Leid liegen nah beieinander. Vielen Dank für Deinen kleinen Jahresrückblick, der mich sehr bewegt hat. Nimm Dir für 2016 nicht zu viel vor, aber auf jeden Fall gesund bleiben und viele schöne Dinge erleben.
    Ich wünsche Dir einen schönen Jahresausklang und einen guten Start ins 2016.
    Viele Grüße
    Brigitt

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  2. Liebe Renate!
    Immer wieder schau ich hier bei dir vorbei, obwohl es meist nicht ersichtlich ist. Deine Worte sind mir sehr nahe gegangen. Ich wünsche dir alles erdenklich Gute für das kommende Jahr.
    Immer möge das Sonnenlicht auf deinem Fenstersims schimmern und die Gewissheit in deinem Herzen, dass ein Regenbogen dem Regen folgt.
    (irischer Segenswunsch)
    Alles Liebe Elfi

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  3. Liebe Renate! Unter dem Strich ein bewegenderes und ereignisreicheres Jahr, als es vielleicht auf den ersten Blick scheint. Ein Jahresrckblick der anderen Art, der mich sehr berührt hat. In diesem Sinne ein entspanntes und inspiriertes Jahresfinale und nur das Beste für das kommende Jahr! Alles Liebe, Ute

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  4. Liebe Renate,
    was für ein ereignisreiches Jahr!
    Meine Bewunderung gilt insbesondere deinen gewählten Worten zu den überwiegend persönlichen Ereignissen des nun ablaufenden Jahres ... So lässt du uns Leser hoch emotional teilhaben! Danke sehr! Welch unbeschreiblichen Gefühle müssen dich ereilt haben, als dein Sohn bzw. deine Familie dich nach so langer Zeit besuchte und du deine Enkelkinder spüren durftest!
    Selbst bin ich seltener im Blog (ja, schade ) und wenn, dann komme ich gern bei dir vorbei. So wünsche ich dir dass du gesund in das neue Jahr kommst und von Herzen alles Gute! Liebe Grüße Diana

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  5. Deinen Jahresrückblick habe ich gern gelesen - danke fürs teilhaben lassen. er hat mich sehr berührt - sowohl Freude als auch Schmerz die daraus sprechen.
    Viele Grüße und alles Gute fürs gerade begonnene Jahr, Christine

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